Bildquelle: Foto: Matti Blume, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Prora ist Ortsteil von Binz und bekannt für den „Koloss von Rügen": eine 4,5 Kilometer lange Reihe von acht identischen Gebäudeblöcken, die zwischen 1936 und 1939 als nie fertiggestelltes NS-Seebad errichtet wurden. Seit 2004 werden die Blöcke schrittweise zu Wohnungen und Hotels umgebaut – ein Besuch lohnt architektur- wie zeitgeschichtlich Interessierte.
Der Gebäudekomplex von Prora war als Teil des nationalsozialistischen „Kraft durch Freude"-Programms geplant und sollte mit rund 20.000 Betten das größte Seebad der Welt werden. Durch den Kriegsbeginn 1939 blieb der Bau unvollendet; nach dem Krieg nutzte zunächst die Rote Armee, später die NVA und Bundeswehr Teile der Anlage militärisch. Erst nach der Wende begann die zivile Umnutzung, die bis heute andauert und den einstigen Militärkomplex in ein Ferien- und Wohnquartier verwandelt.
Direkt neben dem historischen Gebäudekomplex liegt das Naturerbe Zentrum Rügen mit seinem Baumwipfelpfad: Auf 1.250 Metern schwebt man durch die Baumkronen des Buchenwalds bis zu einem 40 Meter hohen Aussichtsturm mit Blick über die ganze Insel. Mehrere kleine Museen in den sanierten Blöcken dokumentieren die wechselvolle Geschichte des Ortes, von der NS-Zeit über die DDR-Nutzung bis zur Gegenwart.
Bildquelle: Foto: Dietmar Rabich, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Der breite Sandstrand von Prora gehört zu den ruhigeren der Insel und liegt direkt an der Prorer Wiek, einer Bucht, die auch bei Windsurfern beliebt ist. Von Prora aus lässt sich die Strandpromenade in Richtung Binz gut zu Fuß oder mit dem Rad erkunden.
Prora eignet sich besonders für Gäste, die sich für die jüngere deutsche Geschichte interessieren, gleichzeitig aber die ruhige Strandlage und die Nähe zum belebten Binz schätzen – beides liegt hier in unmittelbarer Nachbarschaft.
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